Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. Hebräer 13,2

Im Orient ist Gastfreundschaft ein hohes Gut. Fremde werden eingeladen und bekommen Schutz. Übernachtungen sind spontan möglich. Unbekannten wird eine Erfrischung gewährt. Als wir vor einigen Jahren in der Türkei im Urlaub waren, war es für uns als Familie befremdlich, dass uns die Händler ständig einen Tee anboten. Klar, sie wollten etwas verkaufen, aber ich bin überzeugt: sie wollten auch Gastfreundschaft leben.

Die Bibel gibt Nachfolgern von Jesus viele praktische Tipps. Der, den wir im Monatsspruch für Juni finden, gehört dazu. Gastfreundschaft nicht vergessen! Ich beobachte folgendes: Je mehr materiellen Besitz Menschen haben, umso unfreier werden sie, zu teilen. Je mehr die Globalisierung voranschreitet, umso mehr haben Menschen die Tendenz, sich abzuschotten. Je mehr Lebenserfahrung Menschen haben, umso mehr Angst haben sie, ausgenutzt zu werden.

Ja, ich weiß, das sind ziemlich pauschale Beobachtungen und sie treffen auch nur auf einen Teil von uns Mitteleuropäern zu, aber dennoch ist Gastfreundschaft längst kein Wert an sich mehr.

Der Bibelvers ermutigt uns, andere im Blick zu haben - besonders Mitchristen (darauf zielt der Bibelvers im Kontext hin), Nächstenliebe zu wagen und Fremde mit den Augen Gottes zu sehen. So hat es damals Abraham getan und tatsächlich Engel bewirtet (1.Mo 18,1ff).

Gastfreundschaft -wo ist es dran, Egoismus, Angst und Rückzug zu überwinden und sein Haus/ seine Wohnung/ das Gemeindehaus zu öffnen? Wie kann Gastfreundschaft heute gelebt werden? Wie auch immer: Freigiebigkeit, Freundlichkeit, Großzügigkeit und Offenheit sind Werte, die es wert sind, gelebt zu werden. Um Gottes Willen, auch heute noch.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor

Pfingsten

Am Sonntag feiern wir Pfingsten. Also Schluss mit einem dürren Christsein, dass um sich selbst kreist und aus dem Mangel lebt. Wir feiern Gottes Kraft!

Ich freue mich, dass wir zusammen Gottesdienst feiern können und eine kleine Predigtreihe mit dem Titel "Leben in der Kraft Gottes" beginnt. 

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Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Johannes 20, 21

Letztes Jahr habe ich im Ostteil von Berlin eine interessante Gemeinde kennengelernt. Sie hat ihren Platz mitten in einer Plattenbausiedlung, in der ca. elftausend, meist atheistisch geprägte, Einwohner leben. Wenn man in den Gottesdienstsaal hineinkommt, sieht man an der vorderen Wand den Ausspruch von Jesus: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Mt.11.28) Was für ein Angebot, bei Jesus als lebendiger Quelle erfrischt zu werden und Sorgen und Sünden bei ihm loszuwerden. Wer dann nach Hause geht, sieht auf der Wand über der Ausgangstür obigen Bibelvers (=Monatsspruch für April). Er erinnert die Gemeinde an ihren Auftrag. Jesus selbst hatte den Auftrag von seinem himmlischen Vater, zu den Menschen zu gehen und ihnen Frieden mit Gott zu ermöglichen. Er selbst hatte ein hohes Sendungsbewusstsein und musste einen hohen Preis für diesen Auftrag zahlen.

Kurz nach seiner Auferstehung gibt Jesus seinen Jüngern ebenfalls einen Auftrag. Aus anderen Evangelien ist er bekannt als der Missionsauftrag. Der Auftrag von Jesus war mit seinem Tod und seiner Auferstehung erfüllt. Nun macht er deutlich, dass er durch seine Jüngerinnen und Jünger seine Fortsetzung finden muss. Der Auftrag ist nicht als Bitte formuliert, den die Jüngerinnen und Jünger ausdiskutieren konnten, sondern als Aufforderung. Und: sie haben die Challenge angenommen! Als geistlichen Proviant gibt Jesus ihnen seinen Frieden und (davon berichtet der nachfolgende Bibelvers) seinen Heiligen Geist. Der Bibelvers ermutigt uns als Gemeinde, unsere Gesellschaft im Blick zu haben, die in weiten Teilen ohne den Frieden Gottes lebt.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor