Pfingsten

Am Sonntag feiern wir Pfingsten. Also Schluss mit einem dürren Christsein, dass um sich selbst kreist und aus dem Mangel lebt. Wir feiern Gottes Kraft!

Ich freue mich, dass wir zusammen Gottesdienst feiern können und eine kleine Predigtreihe mit dem Titel "Leben in der Kraft Gottes" beginnt. 

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Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Johannes 20, 21

Letztes Jahr habe ich im Ostteil von Berlin eine interessante Gemeinde kennengelernt. Sie hat ihren Platz mitten in einer Plattenbausiedlung, in der ca. elftausend, meist atheistisch geprägte, Einwohner leben. Wenn man in den Gottesdienstsaal hineinkommt, sieht man an der vorderen Wand den Ausspruch von Jesus: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Mt.11.28) Was für ein Angebot, bei Jesus als lebendiger Quelle erfrischt zu werden und Sorgen und Sünden bei ihm loszuwerden. Wer dann nach Hause geht, sieht auf der Wand über der Ausgangstür obigen Bibelvers (=Monatsspruch für April). Er erinnert die Gemeinde an ihren Auftrag. Jesus selbst hatte den Auftrag von seinem himmlischen Vater, zu den Menschen zu gehen und ihnen Frieden mit Gott zu ermöglichen. Er selbst hatte ein hohes Sendungsbewusstsein und musste einen hohen Preis für diesen Auftrag zahlen.

Kurz nach seiner Auferstehung gibt Jesus seinen Jüngern ebenfalls einen Auftrag. Aus anderen Evangelien ist er bekannt als der Missionsauftrag. Der Auftrag von Jesus war mit seinem Tod und seiner Auferstehung erfüllt. Nun macht er deutlich, dass er durch seine Jüngerinnen und Jünger seine Fortsetzung finden muss. Der Auftrag ist nicht als Bitte formuliert, den die Jüngerinnen und Jünger ausdiskutieren konnten, sondern als Aufforderung. Und: sie haben die Challenge angenommen! Als geistlichen Proviant gibt Jesus ihnen seinen Frieden und (davon berichtet der nachfolgende Bibelvers) seinen Heiligen Geist. Der Bibelvers ermutigt uns als Gemeinde, unsere Gesellschaft im Blick zu haben, die in weiten Teilen ohne den Frieden Gottes lebt.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6b

Angebote, unseren Durst zu löschen, reißen uns in Deutschland nicht vom Hocker. Schließlich brauchen wir nur unseren Wasserhahn aufzudrehen und können trinken. In Getränkemärkten können wir zwischen 30 Sorten Mineralwasser wählen und dazu landen Cola, Limo, Orangensaft, Bier, Rotwein oder Apfelschorle auf unserem Tisch. In anderen Erdteilen sieht das ganz anders aus!

Körperlichen Durst kennen wir kaum. Allerdings ist mit der so genannten Jahreslosung 2018 auch ein anderer Durst gemeint. Es ist der Lebensdurst unserer Seele, den nur der lebendige Gott stillen kann. Denn Leben ist mehr als die Befriedigung körperlicher Bedürfnisse, weil wir Menschen eben nicht nur aus Körper bestehen, sondern Gott uns als „lebendige Seele" (1. Mose 2,7) gemacht hat. Unsere Sehnsucht nach Liebe, nach Anerkennung, nach Sinn und Glück sind Anzeichen dafür.

Gott ist der Schöpfer unseres Lebens und ist auch die Garantie für unser Leben. Als Bild dafür steht das Bild von der Quelle, aus der Wasser des Lebens fließt. Die Verbundenheit mit ihm garantiert ein gefülltes Leben schon jetzt und dann nach unserem Tod in der Gegenwart Gottes. Und genau dorthin blickt der Bibelvers der ]ahreslosung. Er gibt Einblicke in Gottes neue Welt und will uns den Mund wässerig machen für eine Zeit der unmittelbaren Verbundenheit mit Gott. Eine Zeit, in der kein Platz ist für Bomben, Krebsgeschwüre, Dürrekatastrophen und Hungersnöte, sondern nur wahres Leben fließt.

Doch auch jetzt schon gilt das Angebot von Gott, erfrischt und satt zu werden und erfüllt zu leben, indem wir uns an Jesus hängen.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor