Love FOOD - hate WASTE

Zur Zeit mache ich die Predigtreihe “einfach leben”. Die Idee dazu hatte ich von der Micha-Initiative, die im Oktober einen Aktionsmonat hat. Letzte Woche ging es in der Predigt um die Speisung der 5000 (Joh.6,1-15). Zwei Blickrichtungen waren mir da wichtig: A) in unserer Konsumgesellschaft nicht zu vergessen - und es nicht zu verschweigen - dass es existenziell ist, Jesus zu “konsumieren”. Und B) auch nicht den Aspekt zu vernachlässigen, hungernde Menschen im Blick zu haben.

Um achtsam mit den uns anvertrauten Lebensmitteln umzugehen, habe ich eine Wochenaktion angeboten: Freiwillig eine Woche lang darauf verzichten, verwendbare Lebensmittel wegzumeißen. Von der braunen Banane, über den harten Kanten Brot bis hin zu einem Joghurt, der zwar über dem MHD ist, aber noch gut genießbar ist. 8 Leute haben spontan mitgemacht und viele leben diesen Lebensstil sowieso.

Wer einen großen Beitrag dazu leisten möchte, dass keine Lebensmittel verschwendet werden, muss klein bei sich selbst anfangen. Es kann keinen unberührt lassen, dass in Deutschland jedes Jahr 500000 Tonnen Brot weggeworfen werden - das sind 1,5 Millionen Kilo am Tag. Jesus sagt zu seinen Jüngern: “Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt.” (Joh6,12)

Nächste Woche biete ich die Wochenaktion an “sich eine Woche lang nur von Reis und Bohnen ernähren” - so wie der Großteil der Weltbevölkerung. Also: schon mal einen Vorrat zulegen und herzliche Einladung zum Gottesdienst am 7. Oktober!

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen. Psalm 38,10

Nun beginnt sie wieder, die dunkle Jahreszeit und damit auch eine Zeit, die unserer Seele oft nicht so gut tut, weil die Wärme, die bunten Blumen und der frühe Sonnenaufgang fehlen. Im achtunddreißigsten Psalm schreibt ein Mensch, dem es körperlich und seelisch dreckig geht. Es ist ein Mensch, der vor dem Spiegel steht und innerlich Inventur macht. Was er dort sieht, gefällt ihm nicht. Augenscheinlich ist er vielleicht toll, aber vom Grunde her, ist er ein schlechter, sündiger Mensch. Das weiß König David, von dem der Bibelvers oben (= Monatsspruch Oktober) stammt. Aber immer wieder blitzt in dem Psalm die Gewissheit auf, dass er in alledem nicht alleine ist. Nach dem Blick auf das Ich kommt auch immer wieder das Du ins Gedächtnis. Nach dem Kreisen um sich selbst und dem Selbstmitleid blitzt sein Gegenüber auf. Wer ist dieses DU? Es ist der Schöpfer des Universums, der persönliche Gott, der sich nicht zurückgezogen hat, sondern mit dem man offen reden kann und der einen durch und durch kennt. Wie gut, wenn es einem gelingt, den Blick zu heben und sich auf einmal das Sichtfeld wieder weitet: Ich bin ja nicht allein! Da ist ja ein Gott, der sich für mich interessiert! Da ist jemand, vor dem ich mich mit meiner Seele und meinem Körper nicht verstecken kann - und auch nicht muss. Wie gut, wenn es uns gelingt, so vor Gott zu sein und auszupacken. So wird es Stück für Stück auch wieder hell.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor

Übung macht den Meister

Gestern war Marthon in Kassel. Und zusammen mit dem Jugendverband “Entschieden für Christus” EC haben wir 3 Staffeln gebildet. Dazu sind je ein Einzelläufer im Halbmarthon und Maranthon gelaufen. Alles für einen guten Zweck: Sponsorenlauf. Danke an alle, die sich da beteiligt haben! Und danke an alle, die gespendet haben und spenden werden.

Das Laufen hat echt Spaß gemacht, auch wenn ich heute noch ganz schön schwere Beine habe :-). Allerdings wäre die Sache ohne Training nicht so gut gelaufen. Und toll war die Anfeuerung durch die Leute am Straßenrand und das Publikum im Stadion.

Passend zum Marathon habe ich morgens über das Thema “Geistliche Muskeln bekommen - Training für einen gesunden Gemeinde-Körper” gepredigt. Es ist schon interessant, wie viele Analogien es da gibt. (vgl. 1.Tim4,7; 1.Kor9,24ff; Eph.4,1).

Mein Predigt-Schlusssatz war: Gib nicht auf, deine geistlichen Muskeln zu trainieren. Es macht Spaß, eine Ziellinie zu durchlaufen und geistlich gesund zu leben. Und außerdem:  der Gemeinde-Körper braucht dich.

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm. 1. Johannes 4,16

Liebesbriefe sind voll von Liebesbekundungen der oder dem anderen Gegenüber. Da gerät eine oder einer ins Schwärmen, wenn sie oder er an den anderen denkt und findet besondere Worte, das auszudrücken. Briefe werden ja heute eher seltener geschrieben, häufiger schreibt man Email oder SMS, es wird getwittert und auf Instagram gepostet. Und da liest man manchmal: „Hddl" - kurz für: hab dich dolle lieb. Eine Short-Message-Liebesbekundung. Johannes schwärmt in diesem Bibelvers und in dem ganzen Kapitel über die Liebe Gottes. Er schreibt diesen Brief nicht an Gott, sondern an Gemeinden in der heutigen Türkei. Er schreibt über die Liebe Gottes und schwärmt den Empfängern etwas vor. Er ist regelrecht verliebt in Gott. Und zwar darum, weil Gott Liebe ist. Er hat nicht nur Liebe - nein, er istsie, durch und durch. Er ist der Urgrund der Liebe. Das Vorbild für alle menschliche Liebe. Er hat sich die Liebe ausgedacht und sie als menschliche Eigenschaft jedem mitgegeben. Darum ist in jeder Liebe etwas von Gott selbst. Genau das hat wohl den alten Bischof Augustinus in altkirchlicher Zeit dazu verleitet zu formulieren: „Liebe – und dann tue, was du willst.“ Das ist ein ganz schön steiler Satz, aber nicht steiler als das, was Johannes schreibt. Beide sind sich einig: die Verbundenheit mit der Quelle der Liebe verändert unser Denken, Fühlen und Handeln. Grund genug, über die Liebe Gottes - die sich besonders in dem Leben von Jesus Christus zeigt - nachzudenken und zu schwärmen. Vielleicht hätte Johannes, wenn er heute leben würde, seine Emails oder SMS mit „GidL“ beendet - mit einer ShortMessage-Liebesbekundung über Gott: Gott ist die Liebe.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor

Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. Hebräer 13,2

Im Orient ist Gastfreundschaft ein hohes Gut. Fremde werden eingeladen und bekommen Schutz. Übernachtungen sind spontan möglich. Unbekannten wird eine Erfrischung gewährt. Als wir vor einigen Jahren in der Türkei im Urlaub waren, war es für uns als Familie befremdlich, dass uns die Händler ständig einen Tee anboten. Klar, sie wollten etwas verkaufen, aber ich bin überzeugt: sie wollten auch Gastfreundschaft leben.

Die Bibel gibt Nachfolgern von Jesus viele praktische Tipps. Der, den wir im Monatsspruch für Juni finden, gehört dazu. Gastfreundschaft nicht vergessen! Ich beobachte folgendes: Je mehr materiellen Besitz Menschen haben, umso unfreier werden sie, zu teilen. Je mehr die Globalisierung voranschreitet, umso mehr haben Menschen die Tendenz, sich abzuschotten. Je mehr Lebenserfahrung Menschen haben, umso mehr Angst haben sie, ausgenutzt zu werden.

Ja, ich weiß, das sind ziemlich pauschale Beobachtungen und sie treffen auch nur auf einen Teil von uns Mitteleuropäern zu, aber dennoch ist Gastfreundschaft längst kein Wert an sich mehr.

Der Bibelvers ermutigt uns, andere im Blick zu haben - besonders Mitchristen (darauf zielt der Bibelvers im Kontext hin), Nächstenliebe zu wagen und Fremde mit den Augen Gottes zu sehen. So hat es damals Abraham getan und tatsächlich Engel bewirtet (1.Mo 18,1ff).

Gastfreundschaft -wo ist es dran, Egoismus, Angst und Rückzug zu überwinden und sein Haus/ seine Wohnung/ das Gemeindehaus zu öffnen? Wie kann Gastfreundschaft heute gelebt werden? Wie auch immer: Freigiebigkeit, Freundlichkeit, Großzügigkeit und Offenheit sind Werte, die es wert sind, gelebt zu werden. Um Gottes Willen, auch heute noch.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor