Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Römer 8,18

Herbert Grönemeyer singt: „Der Mensch heißt Mensch, weil er irrt und weil er kämpft, weil er hofft und liebt, weil er mitfühlt und vergibt.“ Ja, was zeichnet uns Menschen aus? Eine Besonderheit ist, dass wir Hoffnung haben können. Hoffnung auf etwas, das wir noch nicht haben, auch noch nicht sehen, aber ersehnen. Paulus betätigt sich mit dem Kapitel Acht im Römerbrief als Blickerweiterer, Hoffnungsmacher und Perspektivenverschieber. Er schreibt ja zunächst in die direkte Situation der Gemeinde in Rom hinein und lehrt darüber, welche Auswirkungen die „Gerechtigkeit aus Glauben“ hat. Er vermittelt eine Perspektive, die über dieses Leben hinausgeht, weil Kinder Gottes das ewige Leben erben werden. Ganz schön weit weg von unserer Lebenswirklichkeit das Ganze, oder? Wer denkt denn schon jetzt an den Himmel? Und vor allen Dingen: wer von uns hat schon zu leiden, weil er an Jesus Christus glaubt? Wohl keiner von uns! Aber viele unserer Schwestern und Brüder, die in Ländern leben, wo Christen ins Gefängnis gesperrt, von der Familie ausgeschlossen, in Umerziehungslagern gesteckt oder sogar ermordet werden. Und doch zeigt der Blick in den Himmel jedem von uns heute, dass es da noch eine ganz andere Wirklichkeit gibt. Dass es sich lohnt, eine ewige Perspektive zu haben. Und dass Hoffnung nicht nur eine wage Vorstellung ist, sondern zur Überzeugung werden kann.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor

Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut. Matthäus 2,10

Der Dezember ist ein Lichtblick in der trüben und dunklen Jahreszeit. Denn mit jedem Sonntag wird es heller, weil auf dem Adventskranz eine weitere Kerze angezündet wird. Der Weihnachtsmarkt glänzt mit vielen Lichtern, Lichterketten werden zu Hause aufgehängt und die Erwartung auf Weihnachten motiviert, stressige Zeiten zu überstehen. Der obige Bibelvers beschreibt die Reaktion der Weisen aus dem Morgenland. Sie sind aus dem Häuschen, absolut „happy“, dass dieser Stern wieder zu sehen ist, den sie schon in ihrer Heimat entdeckten hatten und der sie auf die Spur des neugeborenen Königs gebracht hatte. Vielleicht sind sie in die Luft gesprungen, denn endlich hatten sie wieder eine Orientierung, um das Königskind zu finden. Dieser Stern war ihr Lichtblick. Und tatsächlich konnten sie kurze Zeit später vor dem König der Könige niederknien und Jesus ehren. Nicht immer schickt Gott solche eindeutigen und großen Zeichen wie damals vor 2000 Jahren. Manchmal wünschten wir uns mehr Orientierung in unseren Herausforderungen. Allerdings sind Advent und Weihnachten grundsätzliche Lichtblicke und leuchten wie helle Sterne in der Nacht. Sie geben über die Jahrhunderte Orientierung und motivieren uns, weiterzugehen. Denn sie führen uns direkt zu Jesus - der als Retter verheißen wurde, der dann wirklich kam, der uns begleitet und der ebenso real wiederkommen wird. Also: gucken wir nach oben - erwartungsvoll, hoffnungsvoll - und freuen uns an Advent und Weihnachten!

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor

Love FOOD - hate WASTE

Zur Zeit mache ich die Predigtreihe “einfach leben”. Die Idee dazu hatte ich von der Micha-Initiative, die im Oktober einen Aktionsmonat hat. Letzte Woche ging es in der Predigt um die Speisung der 5000 (Joh.6,1-15). Zwei Blickrichtungen waren mir da wichtig: A) in unserer Konsumgesellschaft nicht zu vergessen - und es nicht zu verschweigen - dass es existenziell ist, Jesus zu “konsumieren”. Und B) auch nicht den Aspekt zu vernachlässigen, hungernde Menschen im Blick zu haben.

Um achtsam mit den uns anvertrauten Lebensmitteln umzugehen, habe ich eine Wochenaktion angeboten: Freiwillig eine Woche lang darauf verzichten, verwendbare Lebensmittel wegzumeißen. Von der braunen Banane, über den harten Kanten Brot bis hin zu einem Joghurt, der zwar über dem MHD ist, aber noch gut genießbar ist. 8 Leute haben spontan mitgemacht und viele leben diesen Lebensstil sowieso.

Wer einen großen Beitrag dazu leisten möchte, dass keine Lebensmittel verschwendet werden, muss klein bei sich selbst anfangen. Es kann keinen unberührt lassen, dass in Deutschland jedes Jahr 500000 Tonnen Brot weggeworfen werden - das sind 1,5 Millionen Kilo am Tag. Jesus sagt zu seinen Jüngern: “Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt.” (Joh6,12)

Nächste Woche biete ich die Wochenaktion an “sich eine Woche lang nur von Reis und Bohnen ernähren” - so wie der Großteil der Weltbevölkerung. Also: schon mal einen Vorrat zulegen und herzliche Einladung zum Gottesdienst am 7. Oktober!

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen. Psalm 38,10

Nun beginnt sie wieder, die dunkle Jahreszeit und damit auch eine Zeit, die unserer Seele oft nicht so gut tut, weil die Wärme, die bunten Blumen und der frühe Sonnenaufgang fehlen. Im achtunddreißigsten Psalm schreibt ein Mensch, dem es körperlich und seelisch dreckig geht. Es ist ein Mensch, der vor dem Spiegel steht und innerlich Inventur macht. Was er dort sieht, gefällt ihm nicht. Augenscheinlich ist er vielleicht toll, aber vom Grunde her, ist er ein schlechter, sündiger Mensch. Das weiß König David, von dem der Bibelvers oben (= Monatsspruch Oktober) stammt. Aber immer wieder blitzt in dem Psalm die Gewissheit auf, dass er in alledem nicht alleine ist. Nach dem Blick auf das Ich kommt auch immer wieder das Du ins Gedächtnis. Nach dem Kreisen um sich selbst und dem Selbstmitleid blitzt sein Gegenüber auf. Wer ist dieses DU? Es ist der Schöpfer des Universums, der persönliche Gott, der sich nicht zurückgezogen hat, sondern mit dem man offen reden kann und der einen durch und durch kennt. Wie gut, wenn es einem gelingt, den Blick zu heben und sich auf einmal das Sichtfeld wieder weitet: Ich bin ja nicht allein! Da ist ja ein Gott, der sich für mich interessiert! Da ist jemand, vor dem ich mich mit meiner Seele und meinem Körper nicht verstecken kann - und auch nicht muss. Wie gut, wenn es uns gelingt, so vor Gott zu sein und auszupacken. So wird es Stück für Stück auch wieder hell.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor

Übung macht den Meister

Gestern war Marthon in Kassel. Und zusammen mit dem Jugendverband “Entschieden für Christus” EC haben wir 3 Staffeln gebildet. Dazu sind je ein Einzelläufer im Halbmarthon und Maranthon gelaufen. Alles für einen guten Zweck: Sponsorenlauf. Danke an alle, die sich da beteiligt haben! Und danke an alle, die gespendet haben und spenden werden.

Das Laufen hat echt Spaß gemacht, auch wenn ich heute noch ganz schön schwere Beine habe :-). Allerdings wäre die Sache ohne Training nicht so gut gelaufen. Und toll war die Anfeuerung durch die Leute am Straßenrand und das Publikum im Stadion.

Passend zum Marathon habe ich morgens über das Thema “Geistliche Muskeln bekommen - Training für einen gesunden Gemeinde-Körper” gepredigt. Es ist schon interessant, wie viele Analogien es da gibt. (vgl. 1.Tim4,7; 1.Kor9,24ff; Eph.4,1).

Mein Predigt-Schlusssatz war: Gib nicht auf, deine geistlichen Muskeln zu trainieren. Es macht Spaß, eine Ziellinie zu durchlaufen und geistlich gesund zu leben. Und außerdem:  der Gemeinde-Körper braucht dich.