Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut. Matthäus 2,10

Der Dezember ist ein Lichtblick in der trüben und dunklen Jahreszeit. Denn mit jedem Sonntag wird es heller, weil auf dem Adventskranz eine weitere Kerze angezündet wird. Der Weihnachtsmarkt glänzt mit vielen Lichtern, Lichterketten werden zu Hause aufgehängt und die Erwartung auf Weihnachten motiviert, stressige Zeiten zu überstehen. Der obige Bibelvers beschreibt die Reaktion der Weisen aus dem Morgenland. Sie sind aus dem Häuschen, absolut „happy“, dass dieser Stern wieder zu sehen ist, den sie schon in ihrer Heimat entdeckten hatten und der sie auf die Spur des neugeborenen Königs gebracht hatte. Vielleicht sind sie in die Luft gesprungen, denn endlich hatten sie wieder eine Orientierung, um das Königskind zu finden. Dieser Stern war ihr Lichtblick. Und tatsächlich konnten sie kurze Zeit später vor dem König der Könige niederknien und Jesus ehren. Nicht immer schickt Gott solche eindeutigen und großen Zeichen wie damals vor 2000 Jahren. Manchmal wünschten wir uns mehr Orientierung in unseren Herausforderungen. Allerdings sind Advent und Weihnachten grundsätzliche Lichtblicke und leuchten wie helle Sterne in der Nacht. Sie geben über die Jahrhunderte Orientierung und motivieren uns, weiterzugehen. Denn sie führen uns direkt zu Jesus - der als Retter verheißen wurde, der dann wirklich kam, der uns begleitet und der ebenso real wiederkommen wird. Also: gucken wir nach oben - erwartungsvoll, hoffnungsvoll - und freuen uns an Advent und Weihnachten!

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor

Love FOOD - hate WASTE

Zur Zeit mache ich die Predigtreihe “einfach leben”. Die Idee dazu hatte ich von der Micha-Initiative, die im Oktober einen Aktionsmonat hat. Letzte Woche ging es in der Predigt um die Speisung der 5000 (Joh.6,1-15). Zwei Blickrichtungen waren mir da wichtig: A) in unserer Konsumgesellschaft nicht zu vergessen - und es nicht zu verschweigen - dass es existenziell ist, Jesus zu “konsumieren”. Und B) auch nicht den Aspekt zu vernachlässigen, hungernde Menschen im Blick zu haben.

Um achtsam mit den uns anvertrauten Lebensmitteln umzugehen, habe ich eine Wochenaktion angeboten: Freiwillig eine Woche lang darauf verzichten, verwendbare Lebensmittel wegzumeißen. Von der braunen Banane, über den harten Kanten Brot bis hin zu einem Joghurt, der zwar über dem MHD ist, aber noch gut genießbar ist. 8 Leute haben spontan mitgemacht und viele leben diesen Lebensstil sowieso.

Wer einen großen Beitrag dazu leisten möchte, dass keine Lebensmittel verschwendet werden, muss klein bei sich selbst anfangen. Es kann keinen unberührt lassen, dass in Deutschland jedes Jahr 500000 Tonnen Brot weggeworfen werden - das sind 1,5 Millionen Kilo am Tag. Jesus sagt zu seinen Jüngern: “Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt.” (Joh6,12)

Nächste Woche biete ich die Wochenaktion an “sich eine Woche lang nur von Reis und Bohnen ernähren” - so wie der Großteil der Weltbevölkerung. Also: schon mal einen Vorrat zulegen und herzliche Einladung zum Gottesdienst am 7. Oktober!

Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir nicht verborgen. Psalm 38,10

Nun beginnt sie wieder, die dunkle Jahreszeit und damit auch eine Zeit, die unserer Seele oft nicht so gut tut, weil die Wärme, die bunten Blumen und der frühe Sonnenaufgang fehlen. Im achtunddreißigsten Psalm schreibt ein Mensch, dem es körperlich und seelisch dreckig geht. Es ist ein Mensch, der vor dem Spiegel steht und innerlich Inventur macht. Was er dort sieht, gefällt ihm nicht. Augenscheinlich ist er vielleicht toll, aber vom Grunde her, ist er ein schlechter, sündiger Mensch. Das weiß König David, von dem der Bibelvers oben (= Monatsspruch Oktober) stammt. Aber immer wieder blitzt in dem Psalm die Gewissheit auf, dass er in alledem nicht alleine ist. Nach dem Blick auf das Ich kommt auch immer wieder das Du ins Gedächtnis. Nach dem Kreisen um sich selbst und dem Selbstmitleid blitzt sein Gegenüber auf. Wer ist dieses DU? Es ist der Schöpfer des Universums, der persönliche Gott, der sich nicht zurückgezogen hat, sondern mit dem man offen reden kann und der einen durch und durch kennt. Wie gut, wenn es einem gelingt, den Blick zu heben und sich auf einmal das Sichtfeld wieder weitet: Ich bin ja nicht allein! Da ist ja ein Gott, der sich für mich interessiert! Da ist jemand, vor dem ich mich mit meiner Seele und meinem Körper nicht verstecken kann - und auch nicht muss. Wie gut, wenn es uns gelingt, so vor Gott zu sein und auszupacken. So wird es Stück für Stück auch wieder hell.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor

Übung macht den Meister

Gestern war Marthon in Kassel. Und zusammen mit dem Jugendverband “Entschieden für Christus” EC haben wir 3 Staffeln gebildet. Dazu sind je ein Einzelläufer im Halbmarthon und Maranthon gelaufen. Alles für einen guten Zweck: Sponsorenlauf. Danke an alle, die sich da beteiligt haben! Und danke an alle, die gespendet haben und spenden werden.

Das Laufen hat echt Spaß gemacht, auch wenn ich heute noch ganz schön schwere Beine habe :-). Allerdings wäre die Sache ohne Training nicht so gut gelaufen. Und toll war die Anfeuerung durch die Leute am Straßenrand und das Publikum im Stadion.

Passend zum Marathon habe ich morgens über das Thema “Geistliche Muskeln bekommen - Training für einen gesunden Gemeinde-Körper” gepredigt. Es ist schon interessant, wie viele Analogien es da gibt. (vgl. 1.Tim4,7; 1.Kor9,24ff; Eph.4,1).

Mein Predigt-Schlusssatz war: Gib nicht auf, deine geistlichen Muskeln zu trainieren. Es macht Spaß, eine Ziellinie zu durchlaufen und geistlich gesund zu leben. Und außerdem:  der Gemeinde-Körper braucht dich.

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm. 1. Johannes 4,16

Liebesbriefe sind voll von Liebesbekundungen der oder dem anderen Gegenüber. Da gerät eine oder einer ins Schwärmen, wenn sie oder er an den anderen denkt und findet besondere Worte, das auszudrücken. Briefe werden ja heute eher seltener geschrieben, häufiger schreibt man Email oder SMS, es wird getwittert und auf Instagram gepostet. Und da liest man manchmal: „Hddl" - kurz für: hab dich dolle lieb. Eine Short-Message-Liebesbekundung. Johannes schwärmt in diesem Bibelvers und in dem ganzen Kapitel über die Liebe Gottes. Er schreibt diesen Brief nicht an Gott, sondern an Gemeinden in der heutigen Türkei. Er schreibt über die Liebe Gottes und schwärmt den Empfängern etwas vor. Er ist regelrecht verliebt in Gott. Und zwar darum, weil Gott Liebe ist. Er hat nicht nur Liebe - nein, er istsie, durch und durch. Er ist der Urgrund der Liebe. Das Vorbild für alle menschliche Liebe. Er hat sich die Liebe ausgedacht und sie als menschliche Eigenschaft jedem mitgegeben. Darum ist in jeder Liebe etwas von Gott selbst. Genau das hat wohl den alten Bischof Augustinus in altkirchlicher Zeit dazu verleitet zu formulieren: „Liebe – und dann tue, was du willst.“ Das ist ein ganz schön steiler Satz, aber nicht steiler als das, was Johannes schreibt. Beide sind sich einig: die Verbundenheit mit der Quelle der Liebe verändert unser Denken, Fühlen und Handeln. Grund genug, über die Liebe Gottes - die sich besonders in dem Leben von Jesus Christus zeigt - nachzudenken und zu schwärmen. Vielleicht hätte Johannes, wenn er heute leben würde, seine Emails oder SMS mit „GidL“ beendet - mit einer ShortMessage-Liebesbekundung über Gott: Gott ist die Liebe.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor