Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm. 1. Johannes 4,16

Liebesbriefe sind voll von Liebesbekundungen der oder dem anderen Gegenüber. Da gerät eine oder einer ins Schwärmen, wenn sie oder er an den anderen denkt und findet besondere Worte, das auszudrücken. Briefe werden ja heute eher seltener geschrieben, häufiger schreibt man Email oder SMS, es wird getwittert und auf Instagram gepostet. Und da liest man manchmal: „Hddl" - kurz für: hab dich dolle lieb. Eine Short-Message-Liebesbekundung. Johannes schwärmt in diesem Bibelvers und in dem ganzen Kapitel über die Liebe Gottes. Er schreibt diesen Brief nicht an Gott, sondern an Gemeinden in der heutigen Türkei. Er schreibt über die Liebe Gottes und schwärmt den Empfängern etwas vor. Er ist regelrecht verliebt in Gott. Und zwar darum, weil Gott Liebe ist. Er hat nicht nur Liebe - nein, er istsie, durch und durch. Er ist der Urgrund der Liebe. Das Vorbild für alle menschliche Liebe. Er hat sich die Liebe ausgedacht und sie als menschliche Eigenschaft jedem mitgegeben. Darum ist in jeder Liebe etwas von Gott selbst. Genau das hat wohl den alten Bischof Augustinus in altkirchlicher Zeit dazu verleitet zu formulieren: „Liebe – und dann tue, was du willst.“ Das ist ein ganz schön steiler Satz, aber nicht steiler als das, was Johannes schreibt. Beide sind sich einig: die Verbundenheit mit der Quelle der Liebe verändert unser Denken, Fühlen und Handeln. Grund genug, über die Liebe Gottes - die sich besonders in dem Leben von Jesus Christus zeigt - nachzudenken und zu schwärmen. Vielleicht hätte Johannes, wenn er heute leben würde, seine Emails oder SMS mit „GidL“ beendet - mit einer ShortMessage-Liebesbekundung über Gott: Gott ist die Liebe.

Dein Thomas Koschinski, Gemeinschaftspastor