Open Doors Tag 2018

In Nordkorea herrscht die schlimmste Verfolgung von Christen, die wir uns kaum vorstellen können. Dennoch entscheiden sich viele Nordkoreaner, die aus ihrer Heimat geflohen und im Ausland Christen geworden sind, in ihr Land zurückzukehren, um ihren Familien und Landsleuten die gute Botschaft weiterzugeben.

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Wenn wir so etwas hören, bleibt uns der Mund offen stehen und wir können nur darüber staunen, was für starke Kämpfer unsere verfolgten Geschwister doch sind. Beim Open Doors Jugendtag hat uns der Satz „Wir haben große Angst, aber Gott schenkt uns immer ein bisschen mehr Mut, als unsere Angst groß ist“ sehr bewegt. Gott ist derjenige, der für uns kämpft und auch wir sind nicht hilflos. Durch das Gebet können wir für unsere Geschwister einstehen, doch das ist oft leichter gesagt als getan. „Der wahre Kampf ist das Gebet“, lautete ein weiterer Satz vom Jugendtag. Das haben wir am Open Doors Gebetsabend erlebt.

Mit Autorität beten war die Anweisung und wir haben wirklich groß gebetet. Gegen die Bastionen der Finsternis sind wir vorgegangen. Wir haben von Haroon, einem ehemaligen Imam aus Pakistan, gehört, dass er zum Glauben fand, sechs Jahre, nachdem ein Christ für ihn gebetet hatte. Auch wenn sich nicht sofort die ganze Welt verändert, wir haben einen starken Anfang gesetzt. Der Gebetskampf wird weitergehen und es war total bewegend, ein Teil davon zu sein.

Beim Gebetsabend wechselten sich intensive Gebetszeiten und starke Zeugnisse ab. Im Ersten Teil des Abends berichtete Pastor Cho aus Nordkorea von seinem Leben in diesem verschlossenen Land. Von seiner Flucht aus dem vermeintlichen Paradies nach China, nachdem seine Familie der Hungersnot in den 90er Jahren zum Opfer fiel. Wie er in China Christen kennen lernt und schließlich Jesus sein Leben übergibt. Wie er von der chinesischen Polizei verhaftet wird. Cho erzählt auch von Folter, weil er sich weigerte, die zu verraten, die ihn aufgenommen hatten. Später wird er nach Nordkorea ins Arbeitslager überstellt und obwohl er dort unsägliches Leid erlebt, hat er noch Glück im Unglück, denn die nordkoreanischen Behörden wissen nicht, dass er Christ ist. Diese werden in den Lagern von den anderen Gefangenen getrennt und als Staatsfeinde Nr.1 noch grausamer behandelt. Cho berichtet: „Wir haben nur ihre Schreie gehört.“ Dann gelingt ihm erneut die Flucht und führt ihn nach Südkorea. Er erwartet sehnsüchtig die Wiedervereinigung Koreas und möchte der erste Missionar im Norden des Landes sein. Dieser bewegende Bericht wurde immer wieder unterbrochen von Zeiten intensiven Gebets in kleinen Gruppen. Wir haben die nordkoreanischen Christen, die Regierung, die Bevölkerung und die chinesischen Missionare vor Gott gebracht und um Freiheit, Bewahrung und Segen gefleht. Und wir sind überzeugt, dass Gott uns gehört hat und handeln wird.

Nach einer Pause haben wir für die islamische Welt gebetet. Maraya lebt in Ägypten und hat von Anfeindungen erzählt, denen viele ägyptische Christen ausgesetzt sind. Frauen müssen mit Beleidigungen und körperlicher Belästigung rechnen, Schüler werden benachteiligt, manche muslimischen Dozenten lassen ihre christlichen Studenten systematisch durchfallen und wenn christlichen Familien durch ihre muslimischen Nachbarn Unrecht geschieht, ist die Polizei nicht immer willens, zu helfen. Doch Maraya bat uns, dass wir nicht für das Ende der Verfolgung, sondern für den Mut der Christen beten. Denn sie hat auch von den Früchten der Verfolgung erzählt. Viele Muslime haben Jesus angenommen, denn sie sind für den christlichen Glauben offener als jemals zuvor. Vor ein paar Jahren sind die Gemeinden bei den Muslimen noch auf eine scheinbar unüberwindliche Mauer der Ablehnung gestoßen. Doch sie beschlossen, „verrückt“ zu beten und haben konkret dafür gebetet, dass Gott die Muslime zu ihnen sendet. Die Ereignisse des arabischen Frühlings haben dann viele Muslime ins Nachdenken gebracht und sie wurden offen für das Evangelium.

Das hat uns wieder bewusst gemacht, dass wir ohne Gottes Hilfe nichts tun können, wenn wir wie so oft versuchen, etwas aus eigener Kraft zu schaffen. Aber für Gott ist nichts unmöglich. Der Gebetsabend hat uns wieder ganz neu ermutigt im Gebet großes von Gott zu erwarten und auch in Phasen des Zweifels nicht nachzulassen.